Höhenflug vom 23. bis 25. März 2018 in Zug

Literaturfestival Zug mit zwei Schwerpunkten

«Zittrigi fäkke» heisst ein Werk des Schauspielers und Autors Hanspeter Müller-Drossaart, das rund 90 Gedichte in Obwaldner Mundart versammelt. Dieser wunderbare Titel passt als Motto gleich mehrfach zum Literaturfestival «Höhenflug 2018», das zum siebten Mal unter dem Patronat des Innerschweizer Schriftstellerinnen- und Schriftstellervereins ISSV in Zug stattfindet. Weshalb denn?
Wer zu einem Höhenflug ansetzt, braucht Flügel, «Fäkke» eben. Und es braucht Mut, mit zitternden Flügeln zu starten. Solchen Mut haben acht junge Autorinnen und Autoren aus der Schweiz bewiesen mit ihren literarischen Erstlingen, die alle in jüngster Zeit erschienen sind oder in Kürze erscheinen werden. Das erste Buch zu schreiben, dafür einen Verlag zu finden und mit dem Werk auf Lesetour zu gehen braucht neben Mut auch Können, Geduld und Stille. Oder, wie es in «zittrigi fäkke» heisst:
nid äister
alls z bode rede
ai im schwiige
drhäime sii
Ebenso braucht es Mut, ein Literaturfestival zu organisieren mit einem ersten Schwerpunkt Erstlinge. Liebe Leserinnen und Leser, wir zählen auf Ihre Neugierde! Lassen Sie sich nicht ausschliesslich auf die Texte renommierter Schriftsteller_innen ein, die selbstverständlich auch vertreten sind am Höhenflug. Folgen Sie auch neuen Tönen und lernen Sie Literatur junger Autor_innen kennen, die in unserem Land schreiben. Besuchen Sie mit gleicher Neugierde auch die Lesungen von sechs Schriftsteller_innen aus dem Tirol, denn diese Kooperation gehört traditionellerweise zu unserem Festival.
Der zweite Schwerpunkt des diesjährigen Höhenflugs gilt dem Dialekt. Dialekt boomt: Auf der Bühne, im spoken Word und im spoken script. Dass der Dialekt heute wieder eine grössere Rolle spielt, zeigen etwa Ariane von Graffenried und Rolf Hermann mit ihrem gemeinsamen Auftritt. Auch die Lesungen der Autorinnen und Autoren aus Tirol sind mit Dialekttexten durchsetzt. Und ja, mit «zittrigi fäkke» haben wir am Sonntagmorgen um 11.15 Uhr, gerahmt von weiteren Lesungen in Mundart, ein Podiumsgespräch (in Hochdeutsch) angesetzt zum Thema Dialekt, moderiert vom Literaturvermittler Daniel Rothenbühler. Wir laden Sie ein, an diesem frühen Märzsonntag die Poesie des Dialekts zu erleben, seinem Charme und bisweilen heiterem Ernst zu erliegen und diesem Prozess auf die Spur zu kommen.
Zu guter Letzt: Dass die fäkke des Organisationsteams* von Höhenflug nicht allzu sehr zittern, ist der grosszügigen Unterstützung verschiedener Kantone der Innerschweiz, Stiftungen, der Stadt Zug und dem Burgbachkeller als Veranstaltungsort zu verdanken.
Wir freuen uns auf literarische Höhenflüge, Gespräche und Begegnungen – gemeinsam mit Ihnen!
Theres Roth-Hunkeler
* Organisationsteam Höhenflug 2018: Daniel Annen, Präsident ISSV, Thomas Brändle, Adrian Hürlimann, Monica Pfändler-Maggi, Theres Roth-Hunkeler