Am 7. November 2009 fand in Sarnen die Jahresversammlung statt

Programm
12.00 Uhr
Apéro und gemeinsames Mittagessen im Restaurant Metzgern
14.30 Uhr
Beginn der Lesungen (je zwanzig Minuten) mit
Heidy Gasser
Romano Cuonz

Protokoll der Jahresversammlung ISSV


1. Begrüssung


Präsident Andreas Iten kann rund 40 Mitglieder begrüssen, weiter Regierungsrat Franz Enderli, den Kulturbeauftragten Christian Sidler, Dominik Brun, Geburtstagskind Franz Felix Züsli, Thea Uhr, Kulturpreisträger Pirmin Meier. Enderli erklärt, dass in diesem historischen Saal nicht Fraktionen die Sitzordnung bestimmen, sondern die Regionen. Seine These, OW sei ein Kanton der Literatur und des Buches, begründet er nicht mit Federer, auch nicht mit dem «Weissen Buch», auch nicht mit Julian Dillier, Kulturpreisträger 2001. Vielmehr mit seinen Erfahrungen nach 4 Monaten Amtszeit, da ihm ein Buch namens Wüstenrose begegnet sei, eines zur «Auszeit eines Lehrers», die Einweihung der Gemeindebibliothek in Kerns stattgefunden, der Kulturpreis an Martin Wallimann verliehen (lancierte die Lyrik-Nacht), die Lesereihe «vo Gschicht zu Gschicht» über die Bühne gegangen sei und die Übernahme der einzigen regionalen Buchhandlung durch Geri Dillier. Er schloss mit einem Zitat aus «Heidis und Peters» von Peter Stamm («…dass ein Problem haben müsse, wer freiwillig schreibt»).
Andreas Iten empfahl Erasmus von Rotterdam (übersetzt von Kurt Steinmann), der die Torheit als höchste Göttin preist. Über die Schriftsteller meint diese, sie stünden bei ihr tief in der Kreide, schrieben sie doch nach dem Geschmack bedeutender Männer für wenig Lohn und Brot…

2. Wahl der Stimmenzähler


Zwei Vorschläge – Edi Kloter, Pirmin Meier – werden von der Versammlung bestätigt.

3. Genehmigung des Protokolls der GV vom 8. November 2008, Sursee


Keine Wortmeldungen.

4. Jahresbericht des Präsidenten


Andreas Iten blickt zurück. Er verdankt Heidy Gassers hervorragende Redaktionsarbeit fürs Mitteilungsblatt und empfiehlt es als Adresse für Einsendungen. Höhepunkte waren das Bücherjahr, die Literaturtage in Willisau (Ausgabe 2010 vom 12. bis 14. März); LiteraTouren mit Eva Brunner, Andreas Grosz, Thomas Brändle, Ueli Schenker, das Festival Höhenflug in Zug (Sagenabend mit Pirmin Meier und Kurt Steinmann – wird in Willisau wiederholt; Arnold Stadler). Leider wurde der Höhenflug nur von wenigen ISSV-Mitgliedern besucht. Er lobte unseren Webmaster Martin Städeli. Seine Statistik: 50 Zugriffe/Monat, mehr im November. Die Renovation der Website ist geplant, Vorschläge werden folgen.

Auf Vorschlag von Max Huwyler organisierte eine Vorstandsdelegation ein Gespräch mit den Kulturbeauftragten in Schwyz. Sie schlug vor, die Werkförderung auszubauen sowie eine Verlagsförderung zur Publikation im Anschluss an Preisverleihungen vorzusehen, usw. Eine wohlwollende Prüfung wurde in Aussicht gestellt. Unser Angebot, die literarischen Preisträger jeweils in Willisau auftreten zu lassen, fand Beifall. Es gab Lob für die Sekretärin Albertine Stocker, die «den Laden und auch uns im Griff» habe. Dann folgte ein Dank für die Beiträge der Kantone und ein Dank an die Sponsorin Ursula Burger (Müller-Stiftung).
Ausblick: Das Vermächtnis des Club Hrotsvit (10'000 Fr.) war bestimmt für ein Frauenprojekt. Dieses nimmt nun Formen an.

Die fünfte Ausgabe von Willisau: Matinee mit Peter von Matt. Die LiteraTouren werden aufgegeben, als Ersatz wurde die Veranstaltungsreihe «Das literarische Karussell» konzipiert.

Der Jahresbericht wird zustimmend zur Kenntnis genommen.

5. Jahresrechnung, Bericht der Revisorinnen und Decharge


Die Jahresrechnung 2008 schliesst mit einem Defizit von 2682.15 und einem Vereinsvermögen von 24'884.11 (per 31. Juli 09). Revisor Paul Hutter stellt in seinem Bericht der Rechnungsführerin Albertine Stocker im Namen der Revisionsstelle (mit Samuel Amstad) ein gutes Zeugnis für die Kassaführung aus. Einstimmig angenommen. Dem Vorstand wird einstimmig die Décharge erteilt.

6. Festsetzung des Jahresbeitrags


Unverändert 40 Franken und 30 Franken für Gönner, einstimmig bestätigt.

7. Wahlen


Es ist eine Ersatzwahl in den Vorstand fällig. Vorgeschlagen ist Max Christian Graeff, Kriens (von Heidy Gasser und Dominik Riedo). Er kommt aus Wuppertal und ist seit Mittelschulzeiten literarisch tätig, früher in Berlin, lebt er jetzt in Luzern, Organisator und Verleger, Autor. Christian Graeff wird einstimmig gewählt.

Verabschiedung von Werner Fritschi: Andreas Iten verdankt seine achtjährige, engagierte Mitarbeit (Schwerpunkte: Stellungnahmen in der Öffentlichkeit, Sprachkultur, lebendige Führungen), oft mit heiligem Zorn praktiziert. Er vergleicht ihn mit Melvilles Kapitän Ahab. Fritschi hat gute Erinnerungen an nachhaltige Begegnungen und rezitiert fulminant aus einer Rilke-Ballade.

8. Totenehrung


Folgende Mitglieder sind im Laufe des Vereinsjahrs gestorben: Pater Jakob Fuchs, geb. 1927; Dr. Hans Muheim, geb. 1917, Paul Roos, Rothenburg.

Austritte: Anni Wallimann-Küng, Rene Marti, Brigitta Rosenthal.

9. Vorstellung von Neumitgliedern


Es werden 3 Neumitglieder begrüsst (seit der Statutenrevision fällt die Aufnahme in die Kompetenz des Vorstands). Es stellen sich vor oder werden vorgestellt:
  • Annemarie Regez, Goldau, in Diemtigen BE aufgewachsen, studierte Philosophie, Volkskunde und Germanistik. Lebt in Schwyz und arbeitet in der Kantonsbibliothek. Ihr erstes Buch erschien bei Pro Libro «Venedig im Dezember».
  • Fritz P. Schaller Küsnacht/Zürich, aufgewachsen in Sörenberg, Journalist.und Autor. Er verfasste den Roman «Mantanens Wahrheit» und den theologischen Essay «Evolution des Göttlichen».
  • Ivo Muri (vorgeschlagen von Thomas Brändle) Geboren in einer Glockengiesserfamilie entwickelte er sich zum politischen Querdenker, Unternehmer, Zeitforscher und Autor von «Die Uhr» und «Kleptokratisches Manifest».

10. Anträge


Resolution zur Abschaffung des Schauspiels in Luzern, vorgeschlagen von Adrian Hürlimann. Romano Cuonz hatte einen ähnlichen Antrag im Sinn und unterstützt das Vorgehen. Wird im Grundsatz einstimmig angenommen und nachträglich redigiert.

11. Varia


  • Marlene Wirthner dankt den Höhenflug-Machern für ihre Arbeit und empfiehlt «das Bücherjahr» zum vermehrten Besuch. Andreas Iten warnt, dass Geister, die man nie sieht, weniger berücksichtigt würden.
  • Heinrich Geisser, Herausgeber des Sammelbands, über Josef Maria Camenzind (Gründungsmitglied des ISSV) berichtet kurz über diesen vielgelesenen Autor (bis 300'000 Auflage). Dieser war literarisch sehr auf sein Dorf und seine Jugend in Gersau konzentriert.
  • Max Huwyler bedauert das Ende der LiteraTouren. Er kritisiert die Zentralschweizer Zeitungen für die fehlende Berichterstattung (Höhenflug nur in Zug rezensiert).
Andreas Iten bittet Regierungsrat Enderli, die Situation des Feuilletons in der OW-Regierung zu thematisieren.

12.08 Uhr Schluss der Versammlung, Andreas Iten leitet zum Apero über und zum Mittagessen, das in der Metzgern stattfindet. Um 14.30 Uhr beginnen die Lesungen, wie gewohnt mit Autoren und Autorinnen aus dem Gastkanton. Die meisten Mitglieder bleiben zum Essen und zu den Lesungen. Es lesen: Romano Cuonz, Heidy Gasser und Heinrich Geisser, welcher zwei Geschichten von J.M. Camenzind liest.

Für den Vorstand: Adrian Hürlimann, Zug