Am 6. November 2010 fand in Stans die Jahresversammlung statt

Programm
12.00 Uhr
Apéro und gemeinsames Mittagessen im Hotel Engel
14.30 Uhr
Lesungen (je zwanzig Minuten) mit

Thea Uhr
Markus Limacher
Maryse Bodé

Bericht der Jahresversammlung ISSV vom 6. November 2010 im Rathaus Stans


Beginn 10.00 Uhr

1. Begrüssung


Präsident Andreas Iten kann rund 40 Mitglieder begrüssen, weiter Regierungsrat Andreas Schmid. In seiner Rede geht Schmid auf die Bedeutung des Schreibens in der Kulturgeschichte ein und bezeichnet die Schriftsteller u.a. als «Spiegel-Vorhalter». In Zeiten digitaler Inflation der Inhalte werde «den handfesten Büchern der Strom nie ausgehen!»
20 Entschuldigungen (Heidy Gasser, Anton Rotzetter, Joseph Bättig), anwesend auch die drei Ehrenmitglieder Thea Uhr, Dominik Brun, Ursula Schlaufer.
Iten betont die Bedeutung des Ortes mit einem regem Kulturleben, auch mit einer guten Buchhandlung (Buchhändler Martin von Matt hatte, was seine Motivation betreffe, von «Herzblut, Naivität und Sturheit» gesprochen. Das gelte auch für die Schriftsteller. Ein weiterer berühmter Stanser, Peter von Matt, habe in Willisau 2009 die Bedeutung von «Biodiversität» des Schreibens betont, genauer: «Es braucht das breite Feld, aus dem hie und da eine Pappel aufschiessen kann». Iten schliesst mit dem Dank für Gastrecht und Apero.

2. Wahl der Stimmenzähler


Zwei Vorschläge – Markus Limacher und Carlo von Ah – werden von der Versammlung bestätigt.
3. Genehmigung des Protokolls der GV vom 11. November 2009 in Sarnen (abgedruckt im Bulletin 1/10). Keine Wortmeldungen.

4. Jahresbericht des Präsidenten


(wird im ISSV-Bulletin abgedruckt)
Andreas Iten blickt zurück: das Bücherjahr 09 fiel lebendig und reichhaltig aus, mit einem Schwerpunkt zu J.M. Camenzind. Weitere Höhepunkte: die fünften Literaturtage in Willisau: mit M. Nadji-Abonji (Dt. Buchpreis!); nach fünfjähriger Dauer gab es keine Unterstützung mehr von der Köchlin-Stiftung, ein Neubeginn an anderem Ort tat not. Iten stiess auf Interesse bei einer Rigi-Gruppe. Ein Testlauf im September fiel erfolgreich aus, zweitägig, 300 Besucher, mit Thomas Hürlimann und einer Kulturwanderung mit J. Bättig. Weiter gab es eine originelle LiteraTour mit M.C.Graeff in Stans, die nach einer Wiederholung bei schönem Wetter ruft. Der Präsident verdankt Heidy Gassers hervorragende Redaktionsarbeit fürs Bulletin und die Mithilfe von Albertine Stocker. Er bittet die Mitglieder um vermehrte Artikel-Beiträge. Webmaster Martin Städeli orientiert über die Website: 60 Besucher/Mt. Er bittet um Mitteilungen und schlägt vor, eine Interessentinnengruppe zu bilden.
Rücktritt von Dominik Riedo.
Ein Legat der Stiftung Hrotsvith hatte zu einem Schreibprojekt (Thema Biografie) geführt, das mangels Interesse abgesagt wurde. Marlène Wirthner bittet um Themenvorschläge. Iten kündigt den neuen Schreibwettbewerb mit «Berggeschichten» an. Dominik Riedo kritisiert das tiefe Honorar (300.-). Romano Cuonz findet, die Gelegenheit zur Veröffentlichung sei wichtiger als das Geld. Ivo Muri plädiert für eine privilegierte Honorierung der Berufsschreibenden. Iten betont das Anliegen der Schaffung von Aufrittsgelegenheiten. Er betont weiter, dass wir neue Vorstandsmitglieder brauchen, denn neben Dominik Riedo wird auch Anton Rotzetter zurücktreten. Wir suchen eine jüngere Frau, langfristig auch eine Nachfolge für die Präsidentschaft.
Der Jahresbericht wird mit Zustimmung zur Kenntnis genommen.

5. Jahresrechnung, Bericht der Revisorinnen und Décharge


Die Jahresrechnung 2009 schliesst mit Mehreinnahmen von 16'173.50 (per 31. Juli 10), das Vermögen betrug 41'057.61 Fr.
Revisor Paul Hutter stellt in seinem Bericht der Rechnungsführerin Albertine Stocker im Namen der Revisionsstelle ein gutes Zeugnis für die Kassaführung aus. Einstimmig angenommen. Dem Vorstand wird einstimmig die Décharge erteilt.

6. Festsetzung des Jahresbeitrags


Unverändert 40 Franken und 30 Franken für Gönner, einstimmig bestätigt.

7. Wahlen


Verabschiedung von Dominik Riedo durch Vizepräsidentin Wirthner. Riedo sei 2008 begeistert aufgenommen worden, qualifiziert durch mehrere Publikationen, Essays und das Amt des Eidgenössischen Kulturministers. Er habe neue Ideen eingebracht, die nicht immer auf Resonanz stiessen, weil teilweise schon vor seiner Zeit durchdiskutiert. Sein Vorschlag der Absetzung des Präsidenten und Beerbung desselben sei aber erfolglos geblieben. Sie überreichte dem jetzigen Pen-Club-Präsidenten ein Buchgeschenk.
Riedo bestreitet, dass er den Präsidenten absetzen wollte. Er verliest eine Erklärung mit Vorwürfen wegen eigenmächtiger Führung des Präsidenten. Theres Roth-Hunkeler plädiert für vermehrte Anregung und Mitarbeit der Mitglieder in den Vorstandsaktivitäten.
Es ist eine Ersatzwahl in den Vorstand fällig. Vorgeschlagen ist Thomas Brändle, Unterägeri, der gerade Buchvernissage gehalten hat; er schrieb Romane, Kurzprosa
satirischer Prägung, Stücke. Gelernter Bäcker-Konditor, schrieb er schon in der Primarschule, war bis dato Kantonsrat; er wird mittels Akklamation gewählt.

8. Totenehrung


Es sind zwei Mitglieder verstorben im Laufe des Vereinsjahrs, die Nachrufe sind im Bulletin zu finden: Dr. Tino Arnold, Hörspielautor, Radioreporter, gab viele Impulse; Alois von Euw, engagierter Pfarrer, verfasste zuletzt ein Kinderbilderbuch.

9. Vorstellung von Neumitgliedern


Es werden 6 Neumitglieder begrüsst. Es stellen sich vor oder werden vorgestellt:

  • Silvia Götschi, 1958, Küssnacht; 20 Jahre im Bündnerland, organisiert Schreibkurse, fünf Kinder; 3 Romane, 2 Gedichtbände; wirkt im OK der Rigi-Literaturtage, Verlegerin.
  • Edmond Berisha, Ende 70erjahre im Kosovo geboren, körperlich behindert durch Krankheit, 1986 in die Schweiz, Schule Luzern. Schreibt seit 89, erstes Buch autobiografisch («Edis Grand Slam»).
  • Konrad Rudolf Lienert, in Sursee: ein «Spätberufener», Grenzgänger zwischen Musik und Literatur, begann als Journalist; Kantonsbuch Kt. Schwyz, Innerschweizer Essays.
  • Franz Kaufmann, 1933, Immensee, Romanistik, Mittelschullehrer LU, Kantorei gegründet; psychoanalytische Deutung von «Der gestiefelte Kater»; «Sind Sie kultiviert?»; Musik in der Provinz.
  • Daniel Hellstern, 1966, in Sursee, Texter; «Der Mord ist das Ziel»
  • Beat Portmann, 1976, Emmenbrucke, 2 Publikationen
  • Martina Clavadetscher, geb. 1979, in Brunnen, verschiedene Publikationen, Theaterstücke, Journalismus, KK Brunnen

10. Anträge liegen keine vor.


11. Varia


  • Das Werk «Literatur in der Innerschweiz», Projekt der AKS, Autoren: Jos. Bättig, Ueli Suter, nähert sich der Vollendung; dazu auch ein Dok-Film von Claudia Schmid (Ostern, Premiere Stattkino LU)
  • Andreas Iten verweist auf die Jubiläumsveranstaltung der Literarischen Gesellschaft Zug am 26. November
  • Franziska Greising schlägt vor, Buchbesprechungen im Bulletin sollten nur durch Nicht-ISSV-Autoren durchgeführt werden. Andreas Iten hält ein solches Verbot für unnötig.
  • Max Huwyler regt an, eine Internet-Plattform zu schaffen z.B. für Kolumnen (M. Städeli stellt eine Konzeptskizze in Aussicht); er weist auf sein Buch «Was ist – ist was?» hin.
  • Markus Limacher informiert über die Online-Zeitung ONZ.
  • Ivo Muri informiert, dass Luzerner ebenfalls eine Internet-Zeitung «info-8.ch» planen.
  • Dominik Riedo gibt bekannt, dass für eine Publikation über Luzern-Stadt Texte über Literarisches gesucht werden.

12.00 Uhr Schluss der Versammlung, Andreas Iten leitet zum Apero über und zum Mittagessen, das im Engel stattfindet. Um 14.30 Uhr beginnen die Lesungen, wie gewohnt mit Autoren und Autorinnen aus dem Gastkanton. Die meisten Mitglieder bleiben zum Essen und zu den Lesungen. Es lesen Thea Uhr, Markus Limacher und Maryse Bodé.


für den Vorstand: Adrian Hürlimann, Zug