Jahresversammlung 10. November 2012 Hotel Wysses Rössli Schwyz

Programm
12.00 Uhr
Apéro und gemeinsames Mittagessen im Hotel Wysses Rössli
14.30 Uhr
Lesungen im Mythensaal
(je zwanzig Minuten)

Martina Clavadetscher
Silvia Götschi
Blanca Imboden

Bericht der Jahresversammlung ISSV vom 10. November 2012 im Wysse Rössli, Schwyz


Beginn 10.00 Uhr

1. Begrüssung


Präsident Andreas Iten kann rund 50 Mitglieder begrüssen, weiter Regierungsrat Walter Stählin und Franz Xaver Risi, den Kulturbeauftragten. Er begrüsst August Guido Holenstein vom ZSV und entschuldigt M.C. Graeff, Fabienne Muri, (beide unabkömmlich im Buchhandel), Ivo Muri, EM Franz Züsli. Anwesend sind die Ehrenmitglieder Ursula Schlaufer und Dominik Brun.
In seiner Rede erinnert Landammann Stählin, dass sich der ISSV zur Plattform, aktiver Interessensvertretung und Vermittlung von Zentralschweizer Literatur entwickelt habe (Rigi-Tage, Bücherjahr). Wie Peter von Matt diagnostiziert habe, sei hierzulande ein Defizit der literarischen Institutionen festzustellen, fehle ein eigentliches literarisches Biotop. Mittlerweile bestünde immer noch kein blühender Garten, aber ein Biotop mit Wachstumschancen: «Das Bild der grauen Maus stimmt so nicht mehr.» Er verweist auf das Standardwerk «Literarische Innerschweiz» und schliesst die Verleger in seinen Dank ein. Innerhalb der Förderung nehme die Literatur einen bedeutenden Platz ein. Bücher seien Botschafter kultureller Identität, Region und Zeitumstände definierend. Wertvoll auch die kantonalen Ateliers, die Lesungen der Kantonsbibliothek, der Theatertext-Wettbewerb (alle 2 Jahre) in Zusammenarbeit mit den sechs Kantonen. Bedeutung des Buches ist unbestritten, auch die der Produktion jenseits der Bestseller. Die Buchhandlungen schwinden, regionale Editionen geraten ins Hintertreffen. Schwyz sei bereit, nach Lösungen zu suchen. Stählin ermuntert die Literaturszene, ein Forum Literatur Zentralschweiz zu gründen.
Iten konstatiert, dass Bewusstsein und Diagnose vorhanden seien und überreicht dem Regierungsrat zwei Werke von Heidy Gasser (über E. Blunschy und Victorinox). Er dankt für die finanzielle Unterstützung.

2. Wahl der Stimmenzähler


Drei Vorschläge – Paul Jud, Brigit Keller – werden von der Versammlung bestätigt.

3. Genehmigung des Protokolls der GV vom 11. November 2011 in Altdorf


(abgedruckt im Bulletin 1/12). Keine Wortmeldungen.

4. Jahresbericht des Präsidenten (wird im Bulletin 1/13 abgedruckt)


Andreas Iten blickt voraus: Das Bücherjahr 12 steht bevor, das bessere Besucherzahlen verdient. Er erklärt die Kriterien der Autoren-Auswahl und kritisiert das laue Interesse der Mitglieder. rückblickend erwähnt er den Besuch einer Delegation am 25. September in Innsbruck, wo der Turmbund ein pompöses Fest abgehalten habe. Im Frühjahr gab es den Höhenflug, gut besucht und heuer unter Mitarbeit von Theres Roth-Hunkeler (ex AdS-Präsidentin), mit ausgezeichneter Moderation. Die dritten Literaturtage auf der Rigi waren mit 400 BesucherInnen erfolgreich, trotz oder gerade wegen des schlechten Wetters. Nächste Ausgabe: 7. bis 9. Sept. 2013, mit Lesungen im Bad, der Ernte des Wettbewerbs zum Thema Sisyphos (in Camus’ Verständnis); eingegangen sind 25 Beiträge. Das Frauenprojekt wurde abgeschlossen (siehe Bulletin). Zur Website: Webmaster Martin Städeli bittet um vermehrte Beiträge und Informationen. Iten dankt Fabienne Muri für ihre gute Redaktionsarbeit, dem Vorstand und an dem Rigi-OK, den Kantonen und Sponsoren. Vorankündigung der 70-Jahr-Feier vom November 2013 in Sarnen. Der Jahresbericht wird mit Zustimmung zur Kenntnis genommen.

5. Jahresrechnung, Bericht der Revisoren und Décharge


Die Jahresrechnung 2011 schliesst mit einem Verlust von Fr. 2422.15 (per 31. Juli 12), das Vermögen betrug Fr. 35’045.81.
Revisor Paul Hutter stellt in seinem Bericht der Rechnungsführerin Albertine Stocker im Namen der Revisionsstelle ein gutes Zeugnis für die Kassaführung aus. Einstimmig angenommen. Dem Vorstand wird einstimmig die Décharge erteilt.

6. Festsetzung des Jahresbeitrags


Unverändert 40 Fr. und 30 Fr. für Gönner, einstimmig bestätigt.

7. Wahlen


Verabschiedung von Heidy Gasser, nach 20 Jahren wertvoller Mitarbeit. Als Nachfolger kandidiert Dr. Daniel Annen, Schwyz. Annen stellt sich vor. Diss. über M. Inglin, hat den Inglin-Nachlass katalogisiert, Deutsch- und Französischlehrer am Kollegi, essayistisch tätig, «lernwillig», Vorstand der Volkshochschule, Kulturkommission SZ, hat sich bereits eingelebt im ISSV-Vorstand. Organisierte die Arthur-Schnabel-Musiktage, war Mitorganisator der Inglin-Tagung 2011, der Feier für Gertrud Leutenegger zum 60ten. Er sei ein kompetenter Literat und Rezensent, sagt Pirmin Meier.
Aufgenommen mit Applaus.

8. Ehrung


Ehrung für Heidy Gasser: 1984 eingetreten, gefördert von Julian Dillier, in dessen Verlag die Biografie der Mutter erschien. Unermüdliche Redaktorin des Mitteilungsblattes, das sie aktuell geführt und geprägt hat. Andreas Iten erinnert ihre anregende Vorstandsarbeit, vermeldet ihre Ernennung zum Ehrenmitglied. Dominik Brun, alt Präsident, lobt ihr ausdauerndes Engagement unter drei Präsidenten, an wunderbare Runden in ihrer Bergliegensschaft Stäbnet. (sie erhält einen Rosenstrauss und ein Couvert).

9. Totenehrung


Es sind fünf Mitglieder verstorben im Laufe des Vereinsjahrs, die Nachrufe sind im Bulletin nachzulesen: EM Fritz Ineichen (mit 99), Ruedi Klapproth, Irmtraud Borbach, Otto Scherer, und EM Thea Uhr. Toni Schaller rezitiert ein Mundartgedicht von Ineichen.

10. Vorstellung von Neumitgliedern


Es werden vier Neumitglieder begrüsst. Es stellen sich vor oder werden vorgestellt:

  • Erna Käppeli: aufgewachsen in Sempach, heute in Cham; Entwicklungszusammenarbeit in Asien (Reiseführer Mongolei), Arbeit an erstem Roman
  • Olivia Weibel (Förderpreis Innerschweiz), Hünenberg, Grafikerin, Literaturinstitut Biel; Arbeit an erstem Roman
  • Daniel Burkart: Luzern, Softwareentwickler, schreibt nebenberuflich, Buchpublikation 2012.
  • Irène Rüegg: 1953 in Süddeutschland, heute in Luzern, Gedichte und Essays, Textgestaltung.
Austritte: Patrick Cotti, Gitta Lehner

11. Anträge


liegen keine vor.

12. Varia:


  • Karl Hensler informiert über die Neuausgabe des Welttheaters (ab 21. Juni);
  • Trudi von Fellenberg regt an, einen Poesiebaum zu pflanzen (wie die Eiche 1982 in Zug, Rigi-Platz), ev. in Sarnen
  • Romano Cuonz berichtet vom Spitalbesuch bei Thea Uhr, die ihn ermahnt habe, «dem ISSV Sorge zu tragen». Er regt an, die Dramatikförderung (Kurzhörspiel-Aufführungen in Willisau) fortzusetzen.
  • Max Huwyler erinnert an Thea Uhrs Schaffen, ihr Niveau sei stetig gestiegen, der letzte Poesieband sei der beste. Er erinnert sich, dass M. Inglin in Schwyz noch zu seiner Jugendzeit als persona non grata totgeschwiegen worden sei.
  • Andreas Iten erwähnt die magere Berichterstattung in der Neuen LZ und ihren regionalen Kopfblättern. Es meldet sich eine freie Mitarbeiterin der Neuen ZZ, Barbara Rüfenacht.
  • August Guido Holenstein überbringt die Grüsse des ZSV-Präsidenten Al Leu.

Um 11.55 Uhr Schluss der Versammlung, Andreas Iten leitet zum Apero über und zum Mittagessen. Um 14.30 Uhr beginnen die Lesungen, wie gewohnt mit Autoren aus dem Gastkanton. Die meisten Mitglieder bleiben. Es lesen Martina Clavadetscher, Silvia Götschi und Blanca Imboden.

für den Vorstand: Adrian Hürlimann, Zug