
War ein Kind, das seine Existenz einer Vergewaltigung verdankte, nicht ein Widersinn, eine soziale Missgeburt? Hatte es, von der Natur zwar gewollt, von den Menschen aber verabscheut, das Recht zu leben? Galt es nicht als Selbstverständlichkeit, war es nicht tausendfach wiederholter Gemeinplatz, dass so ein Kind schon vor seiner Geburt beseitigt gehört? Das waren Fragen, die Josef sich stellte. Und er stellte sich ihnen, indem er es mit dem Leben, das ihm nun einmal zugefallen war, stets von Neuem versuchte, trotzig auf seine etwas verquere Art. Der kleine Roman erzählt ein Jahr aus dem Leben eines jungen Mannes, der zwar «Frucht einer Vergewaltigung» war und obendrein impotent, der aber liebte und staunte.
Andreas Grosz: Josefs Zeugung. Engeler Verlage, 2026, 214 S., 20 Franken